Orkan!

Es brüllt der Sturm die Seele sich
Gewaltig aus dem Leibe.
Den Bäumen schlottern schon die Knie,
Es bibbert gar die Eibe.

Ein Setzling hält die Ohren zu,
Der Knirps hat Angst bekommen.
Er hat sein Lebtag wohl noch nicht
Solch Raserei vernommen.

Der Frevler wütet durch’s Gehölz,
Man kann ihm nicht entgehen.
Es wird die Axt im Wald doch wohl
Nicht über Leichen gehen?

Betagte Erlen rufen aus,
Dass es noch nie so wehte.
Sie zittern wie das Espenlaub,
Man hört auch schon Gebete.

Die Fichte, sie ersucht um Ruh’,
Spricht diplomatisch-heiter.
Der Rowdy stößt sie einfach um
Und randaliert dann weiter.

Er blökt die alte Eiche an,
Mit der er oft gestritten;
Und sie rotzt prompt zurück und muss
Sich diesen Ton verbitten

Der Ginkgo ist ein Philosoph.
Er fragt sich im Entfernten:
Wer säte nur den Wind, dass wir
Heut’ solche Stürme ernten?

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